29.06.2026. Albin Ouschan hat gestern Abend seine beeindruckende Erfolgsliste weiter verlängert. Der Kärntner bezwang im Finale der mit 60.700 Euro dotierten Predator Austrian Open Men’s Division im Alpina Sportpark in Sankt Johann im Pongau Topfavorit Joshua Filler aus Deutschland mit 11:6 und freute sich über seinen bereits dritten Titelgewinn auf der Euro Tour.
„An meinen letzten Sieg auf der Euro Tour kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Es war aber vor Covid, und ich glaube es war in Holland. Ich habe in der jüngeren Vergangenheit nicht viele Euro Tours gespielt, aber ich habe mich hier gut gefühlt und habe auch ganz in Ordnung gespielt. Es waren viele lange Tage und viele lange Matches und auch schwierige Bedingungen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit“, erklärte Ouschan, der im Endspiel gleich die ersten fünf Games für sich verbuchte.
„Da hat mir Joshua ein bisschen geholfen, weil zu Beginn sein Break nicht funktioniert hat und er auch einen relativ einfachen Ball verschossen hat. Das ist ungewöhnlich für ihn. Er ist nach wie vor einer der großartigsten Spieler, die wir jemals gesehen haben. Auch als ich 8:1 in Führung war, habe ich gewusst, dass ich ihm keine Chancen geben darf, weil er dann noch zurückkommen kann. Ich habe schon gesehen, wie er das gemacht hat, und dann stand es auf einmal 9:5 und er hatte zweimal Anstoß. Da habe ich mir gesagt: Ich muss bereit sein, wenn ich eine Chance bekomme, und muss diese dann auch ergreifen, sonst steht es 9:7. In Summe habe ich einen sehr, sehr guten Satz gespielt und bin sehr glücklich mit meiner Performance.“
Am gestrigen Finaltag war der Kärntner zunächst im Viertelfinale gegen den Polen Wiktor Zieliński mit 11:6 erfolgreich geblieben und löste anschließend sein Finalticket mit einem 11:8-Sieg gegen seinen Teamkollegen von Bundesliga-Meister Hit & Hope Billard Club Vienna, den Ungarn Olivér Szolnoki.
Der Wettkampf hatte für den dreifachen Weltmeister am vergangenen Donnerstag mit einem klaren 9:4-Auftaktsieg gegen den Polen Mariusz Gnitecki begonnen. Am Freitag legte Ouschan mit einem 9:7-Erfolg gegen den Oberösterreicher Daniel Guttenberger nach und beendete Samstagfrüh eine lange Negativserie. Im Duell um den direkten Aufstieg in die K.-o.-Phase dominierte Ouschan den im Euro-Tour-Ranking führenden Polen Wojciech Szewczyk mit 9:2. „Ich glaube, es hat nur zehn Jahre gedauert, bis ich jetzt einmal gegen ihn gewonnen habe“, war der Weltranglisten-11. mit seiner Performance unmittelbar nach dieser Begegnung mehr als happy.
In der ersten K.-o.-Runde folgte, erneut gegen Daniel Guttenberger, ein souveräner 11:4-Sieg zum Einzug ins Achtelfinale, wo Ouschan dann mit 11:6 gegen den jungen Esten Karl Gnadeberg bilanzierte, der zuvor den Vorarlberger Mario He mit 11:8 aus dem Bewerb genommen hatte.Euro-Tour-Bestleistung für Huber
Für Schlagzeilen in der Men’s Division sorgte auch der Oberösterreicher Stefan Huber, der erstmals den Einzug in ein Euro-Tour- Viertelfinale schaffte. Der aktuelle 9-Ball-Vizestaatsmeister blieb in der Doppel-K.-o.-Vorrunde ungeschlagen und rang dort unter anderen den deutschen Billard-„Kaiser“ Ralph Souquet mit 9:8 nieder. In der Runde der Letzten 32 landete der Atterseer am Samstag einen überzeugenden 11:5-Triumph gegen den Griechen Dimitris Loukatos und toppte diese Performance nochmals mit einem 11:3 gegen den Tschechen Petr Urban, den er bereits in der Vorrunde in die Schranken gewiesen hatte. Das Aus für den bei Bundesliga-Vizemeister PBC Neonovus Wels Aktiven kam gestern im Viertelfinale mit einer 4:11-Niederlage gegen Joshua Filler.
Jasmin Ouschan und Sandra Baumgartner top
In der mit 20.000 Euro dotierten Women’s Division sorgten Jasmin Ouschan und ihre Kärntner Landsfrau Sandra Baumgartner mit den Rängen zwei und drei für weitere Topplatzierungen.
Ouschan gab dabei in ihren ersten beiden Matches der Doppel-K.-o.-Vorrunde gegen die Niederländerin Jolien Schuurman (7:1) sowie die Zypriotin Sevimsu Yazgarikan (7:0) nur ein einziges Game ab. In der Begegnung um den direkten Aufstieg ins Achtelfinale kam die Weltranglistenführende gegen die Ukrainerin Daria Siranchuk erstmals gehörig unter Druck, holte aber am Ende mit drei Games in Folge doch noch einen 7:6-Sieg. Der anschließende Achtelfinalauftritt der Euro-Tour-Rekordsiegerin war mit einem 9:3- Erfolg gegen die Deutsche Angelina Lubinaz dann aber wieder sehr souverän.
In gleicher Tonart ging es für Ouschan gestern im Viertelfinale gegen die Norwegerin Nina-Skresholt Torvund (9:3) und im Halbfinale gegen die Französin Marion Jude (9:1) weiter, ehe im Endspiel der Erfolgslauf der Klagenfurterin mit einer 4:9-Niederlage gegen die Taiwanerin Chen Chia Hua endete.Chen hatte davor im Halbfinale ein rein österreichisches Finale mit einem 9:2-Sieg gegen die aktuelle Nummer 4 im Euro-Tour- Ranking, Sandra Baumgartner, verhindert, die ihren Wettkampf am vergangenen Freitag mit einer 7:6-Nervenprobe gegen die Deutsche Emily Winzinger begonnen hatte. Die Klagenfurterin fertigte anschließend mit einer deutlichen Leistungssteigerung die Schwedin Linnéa Hjalmarström mit 7:3 zum direkten Einzug ins Achtelfinale ab. Am Samstagabend folgte dort ein 9:7-Sieg gegen Chens Landsfrau Hong Xin-Yu, und im Viertelfinale blieb Baumgartner gestern gegen die Serbin Bojana Šarac mit dem gleichen Endergebnis erfolgreich.
„Nachdem die Saison für mich bisher eher enttäuschend war, freue ich mich sehr über diesen dritten Platz. Vor allem scheint 9-Ball jetzt meine Spezialität zu werden. Es war früher nie mein Lieblingsspiel, und ich habe erst 2024 meinen ersten Staatsmeistertitel in dieser Disziplin geholt“, sagte Baumgartner, die sich nun, so wie Jasmin Ouschan, auf die vom 31. Juli bis 6. August in Rom stattfindende 10-Ball-Weltmeisterschaft konzentriert, bevor vom 21. bis 23. August die nächste Euro Tour Women in Treviso auf dem Programm steht.
Mit Lena Primus erreichte auch die dritte österreichische Starterin in der Predator Euro Tour Women’s Division in Sankt Johann das Achtelfinale. Die Steirerin, die mit drei klaren Siegen eine überzeugende Doppel-K.-o.-Vorrunde absolvierte, unterlag aber in der Runde der Letzten 16 der späteren Siegerin Chen Chia Hua mit 2:9.
Beliebter Traditionsevent mit Weltpremiere
Die Euro Tour machte heuer bereits zum 16. Mal Station im Alpendorf in Sankt Johann im Pongau. Die Spieldisziplin war wie im Vorjahr 9-Ball. Vor den Euro-Tour-Events trug erstmals auch die Pro Billiard Series, die professionellste und höchstdotierte weltweite Turnierserie Wettkämpfe im Pongau aus. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass wir neben den Aktiven aus der ganzen Welt auch viele Zuschauer:innen im Alpendorf begrüßen durften“, erklärte Theo Riedlecker, Obmann des lokalen Vereins UBSC Pongau.
Mit freundlichen Grüßen Andreas Kronlachner
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